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Buchkritik: Diagnose: Übergewicht – Die Weise Methode abzunehmen – Dr. Joachim Weise

Heute möchte ich in meinem Blog ein kleines, aber feines Buch von Dr. Weise Diagnose: Übergewicht – Die Weise Methode abzunehmen besprechen. Dr. Weise ist kein Freund der vielen Worte. Sein Duktus in dem Buch ist eher, der einer klaren Ansage. Das beginnt schon auf der ersten Seite, die den Einsparwert des vielen Essen beleuchten soll, mit der provokativen Frage, abzuschätzen wie viele Tage Einsparung beim Essen den Preis des Buches wettmachen.

Das Buch ist kein Lesebuch. Es ist ein Anweisungsbuch. Dr. Weise hält nicht viel von einer Externalisierung von Schuld. Natürlich haben sich die Essgewohnheiten angepasst und leider an die falsche Esskultur: dem Fastfood (Studie entlarvt steigenden Fast-Food-Konsum). Aber wir werden ja nicht zwangsernährt. Wir werden zu dieser falschen Ernährung verführt. Aber dazu gehören immer Zwei. Neben dem Verführer, die Lebensmittelindustrie mit Ihrem Etikettenschwindel (Verbraucher küren Milch-Schnitte-Kampagne zur Top-Werbelüge) gibt es noch den Verführten, also wir, die auch einfach mündig „Nein!“ sagen können.

Dr. Weise sieht zwei Erfolgsfaktoren des Abnehmens: mentale und körperliche Aktivität. Die mentalen Aktivitäten sind Disziplin und Akzeptanz (wenn es mal an der Disziplin hapert). Die körperliche Aktivität beruht auf der Bilanz zwischen Einfuhr und Ausfuhr und Verbrauch. Beim Thema Einfuhr bindet er geschickt den Partner mit ein, der ein typisches Tagesprotokoll der Nahrungsaufnahme und der Bewegung bestätigen oder korrigieren soll. Damit will Dr. Weise erst mal ein ehrliches Ess- und Bewegungsverhalten festhalten. Und damit kann man sich selbst eine klare Diagnose stellen. Wo esse ich wann zu viel? Wo ist versteckte Kalorienzufuhr, die ich selbst nicht wahrnehme? Wieviel bewege ich mich wirklich?

Das Abnehmen beginnt laut Dr. Weise im Kopf. Und damit deckt sich das Buch mit dem auch von mir in meinem Blog so beschriebenen Zusammenhang (Fasten im Kopf). Was dem Buch hier an zusätzlicher mentaler Kraft als Ergänzung noch fehlt, wäre die Motivation beispielweise durch etwas wie: „Stellen Sie sich vor wie es ist mit xx kg. Schreiben Sie diese Gedanken auf. Lesen Sie diese Motivation regelmäßig durch.“ Dr. Weise emfiehlt da nur das eine Mittel, es morgens laut auszusprechen: „Ich will abnehmen!“ Und auch das hat schon gewirkt.

Und so wirkt das Buch auch durchgängig sehr klar, was das Thema Bilanz angeht. Je stärker die Energiedichte unsere Nahrung hat (kleine Menge und viel Nährwert (kcal)), desto mehr muss man das meiden. Dazu finden sich in dem Buch ein paar handfeste und klar formulierte Beispiele, Tipps und Hinweise. Das erinnert mich an mein eigenes Konzept, mit dem ich in den letzten 6 Monaten 6 Kilo abgespeckt habe: beim Essen nicht kasteien, sondern bewusst machen, wie es anders auch gehen kann. Salate und Fischgerichte sollte man am besten mit Lust essen und nicht nur wegen dem Abnehmen.

Mehr Bewegung ist auch wichtig. Da hat Dr. Weise keine besonderen Vorgaben. Einfach mehr machen. Und die blöde Ausrede, man habe dazu keine Zeit, ist eben blöde Ausrede. Das Tagesprotokoll ist die Waffe, mit der man das veränderte Ernährungs- und Bewegungsverhalten dokumentiert und durchsetzt. Ehrlich mit sich selbst zu sein ist die schonungslose Devise dieses Buches. Und wer seine Daten gerne genauer erfassen mag, den verweise ich auf die Fooddatabase.

Fazit:

Das Buch ist ein klares Sachbuch ohne Firlefanz. Langatmige Dramatisierungen, die den Erfolg belegen sollen, findet man in diesem Buch nicht. Braucht es auch nicht. (Braucht es eigentlich in keinem Sachbuch!) Selten findet man auf den Seiten ein schonungsloses Beispiel der eigenen Selbsterfahrung von Dr. Weise. Und nur als Beispiel (Ausfühlhilfe) für das Tagesprotokoll. Ansonsten gibt es ein klare, sachliche Ansage.

Die Pharma-Industrie wird dieses Buch nicht lieben. Ich liebe es wegen seiner klaren, präzisen Sprache. Gewichtsreduktion ist ein bewusster Vorgang und beginnt im Kopf. Und diese Buch kann man gerne, wenn man den Inhalt mental akzeptieren kann, als Gedächtnisstütze immer mal wieder schnell durchlesen. Die Protokolle am Ende benötigt man zum Abnehmen ja sowieso.

Ach ja: Lohnt sich das Buch? Wenn man sich zweimal das Fastfood verkneifen kann, dann hat man das Geld gespart, dass diese kurze und bündige Denkhilfe kostet. Am besten dann das Buch neben der Waage legen – als Nachschlagewerk: Diagnose: Übergewicht – Die Weise Methode abzunehmen – eine Kaufemfehlung.

Orientierung – oder – Warum Coaching?

Warum und wann benötigt man eigentlich Coaching? Mit dieser Frage beschäftigt sich dieser Blog:

Die Landkarte ist nicht das Gebiet

Dieser Leitsatz ist einer der grundlegenden Merksätze im NLP. In jedem Augenblick nimmt unser Gehirn tausende von Informationen auf. Wenn wir uns das alles im Detail merken würden, dann würde unser Gehirn in kurzer Zeit überlaufen. Aber es gibt hilfreiche Mechanismen, diese Informationen zu filtern und uns nur wenige Anteile vom Erlebten bewußt werden lassen. Wer oder was filtert denn da? Ein paar einfache Beispiele: Sitzen Sie während Sie das hier lesen? Ist der Sitz hart oder weich? Darüber haben Sie gerade nicht nachgedacht, weil Sie interessiert diesen Artikel lesen? Haben Sie Hunger oder Durst oder haben sie gerade vorher gespeist?

Alle diese Eindrücke sind immer da, aber nicht immer wichtig. Und der Teil, der unsere Aufmerksamkeit hat, läßt andere Eindrücke in den Hintergrund treten. Aber wie steuern wir das? Unser Gehirn besteht aus vielen Teilen. Wir speichern Informationen nicht ab wie einen Videofilm. Unser Gehirn ist kein Computer im herkömmlichen Sinne. Die Informationen werden parallel zeitgleich von Millionen Gehirnzellen bewertet. Ist genügend Stimulans durch die eingehenden Signale vorhanden, dann gibt diese Zelle den Impuls weiter und das wiederum an zig andere Zellen, mit denen diese vernetzt ist. Durch diese parallele Verkabelung baut sich unser Wissen auf.

Ein Beispiel ist die Mondtäuschung: Wirkt der Mond am Horizont nicht um einiges größer als wenn er oben am Firmament steht? Tatsächlich ist das eine Täuschung. In unserem Auge trifft der Mond in gleicher Größe auf das Sehfeld, egal wo er steht. Wenn er am Horizont steht, können wir in mit vielen zusätzlichen Daten vergleichen. Das geschieht mit der immer gleichen Logik für Entfernungs- und Größenschätzung. Und schon erkennen wir einen großen Mond. Steht derselbe Mond oben am Firmament, dann fehlt der direkte Vergleich und schon schrumpft der Mond in unserer Wahrnehmung.

Ob es Gerüche, Geräusche oder durch das Video huschende Gorillas sind. Immer beeinflussen alle bisher gelernten Erfahrungen und Emotionen unser aktuelles Denken und Handeln und das zu vielen Teilen unbewußt. Wir können also nicht alles können und wissen. Und so navigieren wir uns mit Hilfe unserer Vorstellungen (unserer inneren Landkarte) durch das Leben. Und das meistens auf eine für uns erfolgreiche Art.

Wo ich bin will ich sein

Dieses Zitat entstammt dem Buch Der Selbst-Entwickler: Das Corssen Seminar. Der Satz geht natürlich noch weiter – „- alles andere war mir bisher in meiner Vorstellung zu teuer.“ Jens Corssen nutzt hier den Begriff „zu teuer“ um klar zu machen, dass wir intern immer abwägen, was zu tun ist. Und das wir immer eine Art Kosten-/Nutzenrechnung aufstellen und dann danach handeln.

Dabei geht es keinesfalls immer um Gewinnmaximierung in unserem Denken. „Wir nehmen auch Unlust in Kauf um unsere Ziele zu erreichen.“ lautet eine weitere Maxime bei Corssen. Nur so funktioniert es, dass wir auch dann in die Arbeit gehen, wenn ein schwerer Tag ansteht. Oder wir werden mal eben krank. Gerade jetzt, wo wir die Gefahr durch EHEC sehen, bleibt man wegen „einer Magen- und Darmgeschichte“ besser mal zuhause. Wo ich bin will ich sein …

Aber eigentlich wollen wir nicht krank sein. Wir wollen erfolgreich sein. Was das bedeutet, dass definiert jeder von uns in seiner eigenen Landkarte. Ob Gehaltserhöhung, ein neuer Job, mehr Kompetenzen, oder private Ziele, vieles treibt uns an und gilt es zu entscheiden. Bleibt nur noch die Frage: Warum braucht man dann Coaching durch eine andere Person?

Fliegen Sie das Flugzeug selbst?

Jeder weiß, ein Flugzeug bringt uns schnell und zügig von A nach B. Wenn Sie nicht gerade der Pilot sind, dann steuern Sie das Flugzeug nicht selbst. Und am Zielort nehmen Sie ein Taxi oder ein Bus. Und das obwohl viele, die dort einsteigen womöglich ein Führerschein und ein Auto haben. Uns fehlt in der fremden Stadt aber die Orientierung.

Kommen wir zurück auf unsere innere Landkarte. Da kennen wir uns aus. Aber irgendwie ist sie beim Navigieren durch das Leben nicht immer hilfreich. Solange alles läuft wollen wir mehr davon. Das ist unser menschlicher Algorithmus. Dinge, die im Fluß sind laufen, steigern sich, zeigen Wachstum. Das funktioniert bei jedem einzelnen Menschen so und auch bei uns als Gruppe, ja sogar für die Menschheit. Und wenn es nicht mehr weiter geht? Ist das Ringen um die Energiewende nicht gerade so ein Beispiel, wo wir verstehen müssen, dass „mehr davon“ nicht immer funktioniert?

Mehr davon? Oder was Anderes?

Wenn „mehr davon“ uns in eine Sackgasse führt, dann sind wir selbst oft die Letzten, die es bemerken. Das ist das Perfide an der „mehr davon“-Strategie, die in unseren Köpfen bestens verdrahtet ist. Ein bisschen wird die Geschichte in der Fabel Die Mäuse Strategie: Veränderungen erfolgreich begegnen – Sonderausgabe dargestellt. Und nun sitzt man in dieser fabelhaften Sackgasse. Was tun?

Meine Erfahrung als Coach zeigt mir immer wieder: bevor man etwas anders machen kann benötigt man eine Orientierung. Denn auf dem Pfad des „mehr davon“ haben wir oft sehr viele „eh da“ Ressourcen liegen gelassen. Die Familie, gute Freunde, die ja immer schon da waren beginnt man nun in einem neuen Licht zu sehen. Aus der Orientierung erwachsen dann erst die neuen Pläne.

Ein professioneller Coach hilft bei einer (Neu-)Orientierung und beim Erstellen und umsetzen von Plänen. Und das Ganze kann schneller gehen als man denkt. Ein solches Modul zur Orientierung habe ich ja schon im vorherigen Blog „In eigener Sache: IPA-Coaching“ vorgestellt. Coaching funktioniert nur, wenn der Coachee die Änderung sucht. Und dann kann Coach ein Katalysator sein, weil er die Augen öffnet für neue Perspektiven.

Vielleicht auf bald bei einer (Neu-)Orientierung …

In eigener Sache: IPA-Coaching

Seit ein paar Tage habe ich ein erstes Paket für ein Coaching im Angebot. Und in diesem Blog möchte ich Näheres dazu erläutern.

Worum geht es?

In einigen vorhergehenden Blogs habe ich das Thema der „eigenen Landkarte“ in unserem Denken angesprochen (Beispielsweise: Ein Märchen, die Wahrheit und die Wirklichkeit und Warum haben wir eigentlich Probleme?) Da geht es eher darum, zu erkennen, wie wir in Probleme verfallen können. Aber wie kommen wir aus diesen Denkschleifen wieder raus?

Wenn man erfolgreich war und nun mit dem selben Ansatz nicht mehr weiter kommt, dann neigen wir Menschen dazu mehr von dem Selben zu machen und wenn es nicht hilft, dann noch mehr und noch mehr …

Love it, change it or leave it – sagen die Amerikaner. „Aber ich liebe doch meinen Job!“ „Ich liebe diesen Menschen!“ etc … Wir sind nicht allein auf der Welt und das ist im Allgemeinen ein sehr glücklicher Umstand. Und manchmal will die Welt nun partout nicht so wie ich will … und dann? Mehr von dem Selben? Die Alternative dazu ist dann oft Frustration und Stagnation. Man zieht sich in sein Schneckenhaus zurück. „Ich will keinen mehr sehen!“ Übrigens das Umfeld reagiert dann auch oft noch mit: „Der/Die ist aber komisch geworden.“ Und schon ist man scheinbar im Schneckenhaus allein.

Bei „Love it“ gehen wir gerne davon aus, dass wir die Freiheit haben, etwas zu lieben oder auch nicht. Und im letzteren Fall gehen wir ja auch gerne auf die zwei anderen Optionen ein. Wenn wir etwas nicht mehr mögen, dann ändern wir es oder lassen es (z.B. wir bewerben uns woanders, wir trennen uns von Freund(in)). Wenn aber die Option „Love it“ aufgrund von mangelnder Gegenliebe auch nach vielen Versuchen nicht funktioniert, dann vergessen wir allzu oft die zwei anderen Optionen und gehen auf die Warteposition ins Schneckenhaus. Abwarten ist auch eine Form der Entscheidung. „Das Leben ist keine Generalprobe“ ist mein Motto im Coaching. Und Zeitvertun im Schneckenhaus ist meistens eine unbefriedigende Alternative, denn das Problem ist nicht gelöst und kreist und kreist und vermiest einem dann auch den Aufenthalt im Schneckenhaus.

Viele meiner Klienten stehen in einem solchen „stuck“-state. Sie hängen fest. Und eine wichtige Komponente eines guten Coachings ist sicher beim „Loslassen“ zu helfen. Und dann? Wenn ich das Alte nicht mehr will?

Ein anderer Ansatz

Wie findet man eigentlich neue Perspektiven? Und wie wird aus einem „man könnte auch XYZ machen“ ein „ich mache XYZ„? Die Antwort klingt logisch: Man besinnt sich auf seine Kernkompetenzen und sucht neue Möglichkeiten, diese sinnvoll (wieder neu) einzusetzen. Und weil es alleine sehr schwer sein kann den Anfang zu finden, gibt es dieses neue Paket: IPA-Coaching. In diesem zeitlich fest definierten Rahmen bekommen Sie einen klaren Überblick über die eigenen Fertigkeiten, Fähigkeiten und Werte und erkennen, in welchen Rollen (Mitarbeiter(in), Mutter/Vater, Mann/Frau, etc.) diese zum Einsatz kommen.

In vier Blöcken erarbeiten Sie ein Panorama Ihrer eigenen Persönlichkeit und leiten daraus Ziele für sich ab, wie Sie (wieder) weiter voranschreiten wollen. Bei der Umsetzung bekommen Sie eine zusätzliche Unterstützung durch Telefoncoachings. Der genaue Ablauf ist in diesem Flyer beschrieben. Der Zeitaufwand ist ca. 8 Stunden. Zusätzlich gibt es zwischen den Blöcken Material, dass als Hausaufgabe hilft, das Erkannte und Erlernte zu verfestigen. Am Ende steht ein klares Ziel, zu dem es sich wieder lohnt danach zu streben.

Also: Durch bessere Einsicht zu klaren Perspektiven finden und aus der (Neu-)Orientierung zu klaren Zielen kommen und diese dann auch umsetzen. Je eher, desto besser … Sie erreichen mich über meine Webseite: www.EVAPrinzip.de

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